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Nachbarschafts(wärme)netze

Ein Nachbarschaftswärmenetz versorgt eine kleine Gruppe von zwei bis sechszehn Gebäuden gemeinsam mit Wärme.

Beschreibung der Technologie

Ein Nachbarschaftswärmenetz versorgt mehrere Gebäude in räumlicher Nähe gemeinsam mit Wärme. Ähnlich wie bei der Nahwärme werden die angeschlossenen Häuser über kurze Wärmeleitungen mit einer gemeinsamen Heizzentrale oder Wärmequelle verbunden. Die Wärmeerzeugung erfolgt dabei nicht mehr in jedem Gebäude einzeln, sondern gemeinschaftlich für mehrere Haushalte.

Welche Technik zum Einsatz kommt, hängt von den örtlichen Bedingungen ab. Möglich sind zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse, Abwärme oder Kombinationen verschiedener erneuerbarer Energien. Gerade bei kleinen Netzen können modulare, vorgefertigte Anlagenlösungen eingesetzt werden, die vergleichsweise schnell installiert werden können und auf einen leisen Betrieb ausgelegt sind.

Durch die gemeinsame Nutzung einer Anlage kann Wärme effizienter bereitgestellt werden. Gleichzeitig lassen sich fossile Energieträger ersetzen und Treibhausgasemissionen reduzieren. Nachbarschaftswärmenetze können deshalb eine sinnvolle Lösung sein, wenn mehrere Gebäude ähnliche Wärmebedarfe haben oder einzelne Heizungen in absehbarer Zeit erneuert werden müssen.

Besonders geeignet sind solche Wärmenetze für kleinere Wohngebiete, Gebäudereihen, Quartiere, Neubauprojekte oder Nachbarschaften mit Sanierungsbedarf. Neben dem Klimaschutz können sie auch die regionale Wertschöpfung stärken und den Austausch innerhalb der Nachbarschaft fördern. Wichtig ist eine frühzeitige gemeinsame Planung, damit technische, wirtschaftliche und organisatorische Fragen geklärt werden können.

Initiative aus der Nachbarschaft

Anders als bei größeren Nah- oder Fernwärmenetzen geht die Initiative für ein Nachbarschaftswärmenetz in der Regel von den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst aus. Da es sich um vergleichsweise kleine Netze handelt, braucht es zunächst eine Gruppe engagierter Personen in der Nachbarschaft, die das Interesse bündelt, Gespräche anstößt und weitere Eigentümerinnen und Eigentümer für das Vorhaben gewinnt.

Die Landeshauptstadt Dresden, die STESAD, ein passender Energieversorger sowie Fachplanungs- und Installationsbetriebe können den Prozess anschließend beratend, organisatorisch und fachlich unterstützen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass in der Nachbarschaft grundsätzlich der Wunsch besteht, eine gemeinsame Wärmeversorgung zu prüfen.

Gerade diese frühe Phase ist oft die größte Herausforderung: Es müssen Informationen gesammelt, Vertrauen aufgebaut, Erwartungen geklärt und ausreichend Rückhalt für eine gemeinsame Lösung geschaffen werden. Ein Nachbarschaftswärmenetz ist daher nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein gemeinschaftlicher Prozess.

Ansprechpartner

Sie haben Fragen zu Nachbarschaftswärmenetzen oder möchten wissen, ob eine gemeinsame Wärmeversorgung in Ihrer Nachbarschaft grundsätzlich möglich ist? Vielleicht haben sich mit Ihren Nachbarinnen und Nachbarn bereits erste Ideen, konkrete Pläne oder sogar eine gemeinsame Entscheidung entwickelt – und Sie möchten nun klären, wie die nächsten Schritte aussehen können.

Dann können Sie sich gerne per E-Mail an den Energielotsen wenden.

Kontakt

Energielotse Dresden

E-Mail energielotse@stesad.de