Die Stadt Dresden will ihre Wärmeversorgung klimafreundlich, bezahlbar und zukunftssicher machen. Dafür wurde ein umfassender Wärmetransformationsplan erstellt. Er beschreibt, wie Fern- und Nahwärme Schritt für Schritt ausgebaut, erneuerbare Energien integriert und fossile Brennstoffe ersetzt werden. Gleichzeitig geht es um die Modernisierung der Netze, Investitionen in Gebäude und die Einbindung von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen.
Große Investitionen für eine klimafreundliche Zukunft
Bis 2045 werden in Dresden mehrere Milliarden Euro von der Stadt, Industrie und Eigentümerinnen und Eigentümern in den Umbau der Wärmeversorgung investiert. Das betrifft vor allem den Ausbau des Fernwärmenetzes, neue dezentrale Wärmenetze in Stadtteilen, die Modernisierung der Stromnetze für Wärmepumpen und andere Stromanwendungen sowie die Heiztechnik in den Gebäuden selbst. Ein Teil dieser Investitionen kann durch Förderprogramme von Bund und Land unterstützt werden.


Die zentralen Maßnahmen
Im Mittelpunkt steht der weitere Ausbau und die Dekarbonisierung des bestehenden Fernwärmenetzes. Heute stammt ein großer Teil der Wärme noch aus Erdgas. Künftig soll sie aus Großwärmepumpen, Wärmespeichern, Solarenergie, Geothermie und Abwärme stammen. Auch Elektrodenheizkessel, die überschüssigen grünen Strom direkt in Wärme umwandeln, sowie die Umstellung der Kraftwerke auf Wasserstoff spielen dabei eine Rolle. Das Fernwärmenetz, das bereits knapp die Hälfte des Wärmebedarfs Dresdens abdeckt, wird zudem weiter verdichtet und in neue Stadtgebiete ausgebaut.
Darüber hinaus sollen in Stadtteilen, die nicht an die Fernwärme angeschlossen sind, neue Nahwärmenetze entstehen. Diese können lokale erneuerbare Wärmequellen nutzen und so besonders dicht bebaute Quartiere klimafreundlich versorgen.
Damit Wärmepumpen, Photovoltaik und Power-to-Heat-Technologien zuverlässig arbeiten können, wird auch das Stromnetz ausgebaut. Gleichzeitig wird das Gasnetz Schritt für Schritt angepasst, sodass es künftig eingespart oder auf klimaneutrale Gase wie Wasserstoff umgestellt werden kann.
Beteiligung von Wirtschaft und Bürgern
Die Wärmewende gelingt nur, wenn alle mitmachen. Deshalb werden Unternehmen in Dresden gezielt eingebunden, etwa wenn es darum geht, Abwärme aus Produktionsprozessen nutzbar zu machen oder Fachkräfte für die Energiewende zu sichern.
Für die Bürgerinnen und Bürger gibt es mit dem Energielotsen ein neues Informations- und Beratungsangebot. Dort werden Möglichkeiten für den Heizungswechsel, Förderprogramme und Tipps zur Energieeinsparung verständlich erklärt. Ziel ist es, jeden Haushalt bei der Umstellung auf klimafreundliche Wärme zu unterstützen.
Steuerung und Kontrolle
Die Stadt Dresden wird die Umsetzung des Wärmeplans eng begleiten. Eine Projektgruppe in der Verwaltung übernimmt die Koordination, weitere Arbeitsgruppen kümmern sich um Wirtschaft, Fachkräfte und die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen. Außerdem wird ein Monitoring eingeführt. Es überprüft regelmäßig, ob die Maßnahmen wirken und ob die Stadt die gesteckten Ziele einhält. Dabei werden Daten gesammelt, Fortschritte öffentlich gemacht und wenn nötig Anpassungen vorgenommen.
Langfristig soll eine digitale Klimaschutz-Plattform entstehen, die transparent aktive Projekte und deren Wirkung darstellen. So können alle Dresdnerinnen und Dresdner nachvollziehen, wie ihre Stadt Schritt für Schritt klimaneutral wird.