Dresden hat sich das Ziel gesetzt, die Fernwärme bis spätestens 2045 klimaneutral zu gestalten. Dafür hat die SachsenEnergie AG im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms einen Transformationsplan erarbeitet. Fernwärme spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie Wärme aus unterschiedlichen Quellen aufnehmen, speichern und flexibel bereitstellen kann. So trägt sie nicht nur zur umweltfreundlichen Wärmeversorgung bei, sondern hilft auch, das Stromnetz zu stabilisieren.
Was ist geplant?
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Stadt nicht auf eine einzige Technologie, sondern auf einen intelligenten Energiemix. Ein wichtiger Schritt ist die Absenkung der Netztemperaturen. Dadurch geht weniger Wärme verloren, die Rohr-Leitungen halten länger und erneuerbare Wärme kann besser eingespeist werden. Parallel dazu werden Groß-Wärmepumpen gebaut, die Umweltwärme oder Abwärme nutzbar machen. Auch Solarthermie spielt eine Rolle. In Dresden-Räcknitz ist 2025 eine erste Anlage ans Netz gegangen, weitere große Flächen sind jedoch vorerst nicht geplant. Besonders vielversprechend ist die Nutzung von Tiefengeothermie. Sollte es gelingen, die technischen und finanziellen Risiken zu senken, könnte Mitte der 2030er Jahre ein erheblicher Teil der Fernwärme aus Erdwärme stammen. Ergänzend kommen Elektrodenheizkessel zum Einsatz, die überschüssigen grünen Strom direkt in Wärme umwandeln. Schon heute läuft eine erste Anlage, weitere sind in Vorbereitung. Wärmespeicher sorgen dafür, dass erzeugte Wärme auch zeitversetzt genutzt werden kann – besonders in Zeiten mit hoher Stromproduktion aus Wind oder Sonne. Zudem wird geprüft, wie Abwärme aus der Wasserstoffproduktion in das Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Zukünftig sollen die bestehenden Kombi-Kraftwerke in Dresden auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden, um sie langfristig emissionsfrei betreiben zu können.


Zeitplan zu Ausbau und Nachverdichtung
Neben der Umstellung der Energiequellen soll auch das Fernwärmenetz wachsen. Vor allem in dicht bebauten Stadtteilen, in denen erneuerbare Energien nur schwer einsetzbar sind, wird Fernwärme zukünftig eine klimafreundliche Alternative zu Gas- oder Ölheizungen darstellen. Schon heute sind rund 13.300 Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen – in den kommenden Jahren könnten etwa 4.000 weitere hinzukommen.
Die Umsetzung erfolgt Schritt für Schritt. Erste Projekte laufen bereits, etwa bei Großwärmepumpen, Speichern und Solarthermie. Eine weitgehende Dekarbonisierung der Fernwärme könnte schon bis 2035 oder 2036 erreicht werden, spätestens 2045 soll die Fernwärme in Dresden vollständig klimaneutral sein.
Die Fernwärme macht die Wärmeversorgung umweltfreundlich, zuverlässig und auch langfristig bezahlbar und bleibt damit ein zentraler Baustein für die Energiewende in Dresden.

