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Anschluss an Nahwärme

Hier erfahren Sie, wie Nahwärmenetze sowie gemeinsame Wärmeversorgung im Quartier entstehen können. 

Bedeutung von Nahwärmenetzen

Der Entwurf der Dresdner Wärmeplanung misst Wärmenetzen eine zentrale Rolle für eine resiliente, klimaneutrale und zugleich bezahlbare Wärmeversorgung der Stadt bei. Besonders in dicht bebauten Quartieren, in Gebieten mit eingeschränkten dezentralen Potenzialen oder im Denkmalschutzbestand bieten sie oft die einzige geeignete Lösung für eine nachhaltige Versorgung im größeren Maßstab.

Wärmenetze können Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien gezielt aufnehmen und mittels Power-to-Heat-Technologien sowie Wärmespeichern in günstige Wärme umwandeln. Gleichzeitig entlasten sie das Stromnetz in Zeiten geringer erneuerbarer Stromerzeugung. Ergänzend ermöglichen sie die Nutzung zentraler Wärmequellen wie Abwärme aus Rechenzentren, Abwasserkanälen oder industriellen Prozessen – Potenziale, die durch Einzelgebäude kaum wirtschaftlich erschlossen werden könnten. Durch Gleichzeitigkeitseffekte und zentrale Optimierung entstehen zusätzliche wirtschaftliche Vorteile, die eine langfristig bezahlbare Wärmeversorgung unterstützen.

Für die erfolgreiche Umsetzung ist jedoch eine frühzeitige räumliche Klarheit entscheidend. Bleibt unklar, in welchen Gebieten perspektivisch Wärmenetze entstehen sollen, investieren Eigentümerinnen und Eigentümer häufig in individuelle Einzellösungen. Dies kann den späteren Aufbau gemeinschaftlicher Infrastrukturen erschweren oder wirtschaftlich unmöglich machen.

Vor diesem Hintergrund wurde ein strukturierter und wiederholbarer Prozess als methodische Grundlage entwickelt, um Wärmenetze gezielt, effizient und mit hoher Umsetzungswahrscheinlichkeit in die Praxis zu bringen. Dieser soll eine systematische Prüfung geeigneter Gebiete ermöglichen, Akteure frühzeitig einbinden, Transparenz schaffen und eine koordinierte Umsetzung von Nahwärmenetzen vorbereiten.

Der Weg zu Ihrem Nahwärmenetz

KI generiert: Das Bild zeigt einen Prozessablauf für die städtebauliche Entwicklung, beginnend mit einer Datenspende und Interesse, gefolgt von Bürgerveranstaltungen, Machbarkeitsstudien, Beratung, Angeboten, Investitionsentscheidungen, Planung, Genehmigung und schließlich Bau und Anschluss. Der Hauptinhalt ist die Darstellung der verschiedenen Phasen und Schritte, die für die Planung und Umsetzung von Bauprojekten in einer Stadt notwendig sind.
Interessensbekundung
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1. Quartiersanalyse und Vorbereitung

Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden geeignete Gebiete für Nahwärmenetze identifiziert und pro Gebiet ein Quartierssteckbrief mit ersten Eckdaten erstellt.  

Innerhalb der identifizierten Nahwärmenetzgebiete werden große Wärmeverbraucher (sogenannte Ankerkunden) und lokale Multiplikatoren identifiziert und angesprochen, um auf die Möglichkeit einer Nahwärmeversorgung aufmerksam zu machen. Darüber hinaus bietet die Landeshauptstadt Dresden Eigentümerinnen und Eigentümern in den identifizierten Nahwärmenetzgebieten die Möglichkeit Interesse an einem Anschluss an ein Nahwärmenetz zu bekunden.

Interessensbekundung Nahwärme

Im Energieatlas können Sie prüfen, ob in Ihrem Quartier grundsätzlich die Möglichkeit für ein Nahwärmenetz besteht. 
Über die unverbindliche Interessensbekundung können Sie Ihr grundsätzliches Interesse an einem Anschluss an ein Nahwärmenetz mitteilen

2. Machbarkeitsstudie

Zur Prüfung der Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines erneuerbaren Wärmenetzes werden Experten (z.B. Energieplanungsbüros oder Betreiber für Wärmenetze) mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Parallel werden die Menschen vor Ort mittels Infomaterial und Öffentlichkeitsarbeit über die Prüfung eines Nahwärmeanschlusses und die erste Infoveranstaltung informiert. 

3. Öffentlichkeitsarbeit und erste Informationsveranstaltung

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wird der Nahwärmeprozess in einem offenen Format vorgestellt. Eigentümerinnen und Eigentümer erhalten die Möglichkeit Fragen zu stellen und werden auf die Möglichkeit einer unverbindlichen Interessensbekundung aufmerksam gemacht.

4. Bedarfsermittlung und Erarbeitung Machbarkeitsstudie

Neben datengestützten Informationen, Vor-Ort-Begehungen und Vor-Ort-Formaten mit den wichtigsten Akteuren und Akteurinnen sowie Eigentümerinnen und Eigentümern werden vor allem Interessensbekundungen und Datenspenden in Form von Verbrauchsdaten als Grundlage für die Bedarfsermittlung und Erarbeitung der Machbarkeitsstudie genutzt. Es wird ein Konzept für ein Nahwärmenetz erarbeitet.  

5. Zweite Informationsveranstaltung und Abschluss der Machbarkeitsstudie

Im Rahmen einer zweiten Infoveranstaltung vor Ort werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie präsentiert, die Interessensbekundungen ausgewertet und Preisspannen, Betreiber­modelle sowie einen Umsetzungsausblick aufgezeigt. Die Machbarkeitsstudie wird abgeschlossen.

Sofern im Ergebnis der Machbarkeitsstudie eine Nahwärmeversorgung wirtschaftlich und umsetzbar ist plant der zukünftige Netzbetreiber weiter und erstellt Wärmelieferangebote mit Angebotsrücklauf und Investitionsentscheidung. Es folgen die Planung, der Bau und die Inbetriebnahme des Wärmenetzes.

In Quartieren, in denen die Umsetzung eines zentralen Wärmenetzes technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll darstellbar ist, bedarf es dennoch einer koordinierten Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. Hierfür kann ein Sanierungsmanagement eingerichtet werden, beispielsweise unter Nutzung bestehender Förderprogramme. Dieses übernimmt die Funktion eines zentralen Ansprechpartners und Koordinators für Eigentümerinnen und Eigentümer und unterstützt bei der Entwicklung tragfähiger dezentraler Versorgungslösungen.

Darüber hinaus können gemeinschaftliche Ansätze initiiert werden. So besteht insbesondere in dicht bebauten Bereichen die Möglichkeit, dass sich Eigentümerinnen und Eigentümer zusammenschließen und kleinere Nahwärmelösungen oder gebäudeübergreifende Wärmenetze entwickeln. Solche lokalen Gemeinschaftslösungen können wirtschaftliche und technische Vorteile bieten und ermöglichen auch ohne großes Quartiersnetz eine koordinierte, nachhaltige Wärmeversorgung.

Was ist der Unterschied zwischen Gebäude-/ Nachbarschafts- und Nahwärmenetz?

Je nach räumlicher Struktur und den technischen Rahmenbedingungen kommen unterschiedliche Formen gemeinschaftlicher Wärmeversorgung infrage. Diese reichen von gebäudeinternen Lösungen über kleinere Nachbarschaftsnetze bis hin zu quartiersweiten Nahwärmenetzen. Die Übergänge sind dabei fließend, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Größe, Organisationsform und Versorgungsumfang. Die folgende Übersicht dient der begrifflichen Einordnung:

Begriff

Versorgungsbereich

Charakteristik

Beispiel

Gebäudenetz

mehrere Nutzungseinheiten innerhalb eines Gebäudes oder wenige direkt verbundene Gebäude

sehr kleinräumiges Wärmenetz, meist auf einem Grundstück oder innerhalb eines Gebäudeensembles

Mehrfamilienhaus mit gemeinsamer Wärmepumpe für Vorder- und Hinterhaus      

Nachbarschaftsnetz

kleine Gruppe benachbarter Gebäude

gemeinschaftliche Wärmeversorgung mehrerer Eigentümer oder Gebäude in unmittelbarer Nähe

Reihenhausgruppe mit gemeinsamer Energiezentrale

Nahwärmenetz

ganzes Quartier oder größerer Siedlungsbereich

größeres, zentral organisiertes Wärmenetz mit professionellem Betrieb und übergeordneter Infrastruktur

Versorgung eines Stadtquartiers durch zentrale Heizzentrale oder Großwärmepumpe 

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